LOTTES WELT

Tierarzt

Ich sage euch. Nun versteh` einer die Menschen. Ich dachte immer Fauchen und Herrchen lieben mich und dann soetwas. Das es soweit kommen musste? Bei Hunden im Freundeskreis habe ich das Wort schon einmal gehört. Ich war mir sicher das mir das nicht passieren würde und heute hat SIE es gesagt.

„So Lottchen, heute lernst du unseren TIERARZT kennen“. Ich war wie vom Donner gerührt. Und wie ihre Stimme dabei nahezu zart flötete.

Boah, ich gleich schlechte Laune und überhaupt keine Lust auf diesen Besuch. Meine „Menschin“ hat dann noch versucht mich zu beruhigen, in dem sie mir sagte, dass so eine Untersuchung beim Tierarzt nur zu meinem Besten sei und dass doch niemand möchte, dass ich krank werde.

Ich habe meine Ohren auf Durchzug gestellt. Von wegen: Ajax, der Boxerrüde von nebenan hat mir da ganz andere Geschichten erzählt. Der Arzt vergäbe dort Drogen in Spritzenform und solche Sachen. Wie auch immer – Frauchen brauchte nicht zu denken, dass ich sie heute auch nur noch einmal küssen werde. Ich bin sauer – das hat sie jetzt davon.

Stur ließ ich mich in das Auto ziehen. Sie redete wie ein Wasserfall, aber ich wollte nix mehr hören. Ich betete alle Werbeslogan für Hunde vor meinem inneren Auge her. Von Frolic, Caesar, Rinti, bis hin zu Sheba (ja soweit war es schon gekommen – selbst ein Katzenfutter war dabei). Der Wagen hielt. Ich bin an meinem emotionalen Tiefpunkt angekommen. Ich heulte fürchterlich. Es half aber nichts. Sie zog mich in das Haus mit bunten Tierbildern an der Fassade.

Uns – es war wie angedacht. In der Eingangshalle fand ich zitternde Tiere. Jetzt wurden mir auch Ajax Erzählungen klar. Die Tiere waren alle auf Entzug. Der Doktor musste ihnen neue Drogen verabreichen. Ich hatte im wahrsten Sinne „die Schnauze voll“ und als ich gerade auf der Flucht Richtung Ausgang war, kam eine große Frau mit einer dicken Brille auf mich zu. Das musste dieser Arzt sein. So – jetzt beiße ich sie. Ich war zu Allem entschlossen!!!!

Von Weitem rief sie schon:“ Naaaaaaa? Du musst wohl das Lottchen sein.“ Sie kniete sich hin und ich durfte erst einmal an ihr schnuppern. Jetzt sollten wir in den Drogenraum (sie nannte es Behandlungszimmer). Ok – wir dann „alle rein“. Ich wurde abgeleint und durfte überall schnüffeln. Mit mir redete und beachtete mich niemand. Die Ärztin sprach nur mit Frauchen. Dass es eine gute Entscheidung sei, dass wir schon einmal vorbeigekommen seien.

Langsam kam es mir spanisch vor. Wann quält sie mich denn nun? Ich fing an zu grübeln und mir war nicht wohl bei dem Gedanken, was noch alles passieren könnte.

Plötzlich beugte sich die Tierärztin zu mir runter und streichelte meinen Kopf. In der Hand hatte sie ein cooles Leckerlie für mich. Das habe ich allerdings abgelehnt – „Mit mir doch nicht“, dachte ich.

„So Lotte – nun geh´ fein mit deinem Frauchen nach Hause und komm´ in den nächsten Tagen immer wieder einmal vorbei, dass wir uns kennenlernen können. Vielleicht sieht du dir beim nächsten Mal den großen Behandlungstisch an?“ Die Tierärztin winkte Frauchen und mir zu und schon waren wir auch schon wieder heraus auch der Praxis. Tja, Ajax der alte Checker – dem werde ich ein paar Takte erzählen. So etwas zu verbreiten.

Nach und nach habe ich mich an diese „Tierarzt-Sache“ gewöhnt. Ich erzähle euch nun einmal, wie es bei mir war und welche kleinen Tricks meine Mama angewandt hat. Schaut selbst in die nachstehende Tabelle, dort steht alles drin.

Und klaro – der Tierarzt ist kein Geschenk, aber ab und an muss es (er/sie) einfach sein.

Die Sache mit dem Tierarzt

Zunächst einmal ist das Verhalten des Menschen (die Vorbereitung auf den Tierarzt) das Entscheidendste!!!! Schaut selbst!!!

Ich drücke euch die Daumen, dass es auch bei euch klappt.

Eure Lotte