HUNDETHERAPIE

Hunde – die Pfotenärzte mit Herzdiplom

Leute, ich sage euch – seit dem Jahr 2014 habe ich echt ´ne Menge erlebt. OK – ich gebe zu, das war das Jahr meiner Geburt und vorher konnte ich auch nichts dazu sagen, aber kommendes Anliegen ist mir echt wichtig, euch davon zu berichten.
Ich habe mich mit meiner Menschenmama gleich ziemlich cool verstanden und ich konnte sie gut riechen. Ne echt, wenn sie traurig war oder lustig, konnte ich das regelrecht erschnüffeln. Darauf war ich wirklich stolz. Ich habe zwar ab und zu immer noch auf den Teppich gemacht, aber Frauchens Stimmung riechen, konnte ich schon 1a. Wusstet Ihr, dass ein Hund bis zu 1000 verschiedene Gerüche unterscheiden kann? Wir Hunde können soetwas.
Mama hat gesagt, dass ich Talent habe, ein super Seelenpraktikant zu werden
Als ich noch Welpe war, wurde ich bei jedem “Schiss“ zum Tierarzt geschliffen. Meine Mutter meinte, ich müsste mich daran gewöhnen, wenn ich mal wirklich krank sei und Hilfe brauchte. Dabei hatte die Tierärztin festgestellt, wie innig die Bindung zwischen Mama und mir ist. Wenn Mensch und Tier sich so prima verstehen, verschmelzen sie sozusagen.
Irgendwann konnte ich sogar die Elilepsie meines Frauchens als Frühwarnsystem erkennen und habe sie vor Anfällen geschützt und das ohne jegliche professionelle Ausbildung.
Seither hat sich Mama mehr und mehr für dieses Thema interessiert und ist auch in Kliniken und Einrichtungen gefahren, in denen wir Hunde den Menschen helfen. Professionell geht das natürlich nur mit geschulten Hunden. Ich mache das bei Frauchen schließlich einfach nur so. Aber ich kann es – JAWOHL!!!!!! (*grins*).
Wir Hunde arbeiten z.B. mit dementen Patienten. Es unterstützt die Kommunikation der kranken Menschen untereinander. Die alten Herrschaften beginnen plötzlich wieder mit uns Hunden und den Mitpatienten zu reden. Sie erinnern sich ggf. an ihren damaligen eigenen Hund. So wird beispielsweise das Gedächtnis geschult. Omis und Opis schütten endlich wieder Glückshormone aus und beginnen sich zu entspannen. Sie fühlen sich wieder gebraucht – das stärkt das Selbstwertgefühl. Durch kleine Bewegungsübungen werden inaktive Muskeln gestärt.
Psychischen Krankheiten/Tod eines lieben Menschen, Trennung des Partners sind ganz schwere Leidensformen für Menschen. Hier konnte ich meiner Mama auch schon gut helfen. Wir haben so viel gekuschelt, dass ich dachte, dass mein Fell ausgehen wird. Wir Hunde sind das Antidepressivum auf 4 Pfoten. Wir können uns ganz tief in die Seele des Menschen schleichen und auch bei der Heilung helfen. Auch eine psychosomatische Klinik hat sich Mama angesehen, denn auch hier arbeiten Hunde mit Menschen, die z.B. an Depressionen leiden. Wir helfen die introvertierten Menschen wieder aus dem Haus zu bekommen, wirken stimmungsaufhellend, bieten einen annähend strukturierte Tagesablauf (man muss mit uns spazieren gehen usw.). Wir vermindern nachweislich Stress, Menschen schütten auch hier wieder Glückshormone aus, vermindern Ängste.
Es gibt Blindehunde, Rettungshunde, Epilepsiehunde, Diabeteshunde und mittlerweile auch Asthmawarnhunde sowie Schlaganfallwarnhunde.
Mein Frauchen hat mir viel aus diesen Kliniken erzählt, denn sie hat dort auch mit den Patienten gesprochen. Alle waren so glücklich über eine schöne Abwechslung, einen felligen Vertrauten, über einen Freund auf 4 Beinen, der nicht nach Äußerlichkeiten entscheidet.
Ja, selbst in Kinderkliniken beruhigen wir die Kinder vor der Blutabnahme. Ist das nicht toll?
Ich wurde meiner Menschenmama selbst auch empfohlen, als ihre Epilepsie festgestellt wurde. Die Ärzte haben ihr dazu geraten. So ist Mama bei der Suche nach einem passenden Hund auf meine Ziehmama Manuela Sielemann aus Vordorf gekommen. Ich habe das Licht der Welt in ihrem Haus entdeckt. Sie kümmert sich seit Jahren um Hunde- und Hundebabys. Man nennt soetwas, glaube ich, Züchterin. Sie hat mir bei meiner Geburt geholfen und mir als Baby schon viel gezeigt.
Ich sollte eigentlich dann gleich zu einem Therapiehund ausgebildet werden, aber wie durch ein Wunder, konnte ich alles automatisch (klingt doof, war aber so). Wenn sich bei Mama ein Anfall androht, rieche ich das gleich morgens und gehe ihr „klettenmäßig“ richtig auf den Wecker. Frauchen weiß dann Bescheid, dass sie aufpassen muss. Kurz vor Auslösung des eigentlichen Vorfalls, hüpfe ich ihr dann an die Wade. Sie weiß dann Bescheid, dass sie sich hinsetzen oder legen muss – egal wo wir uns gerade befinden. Wenn es dann dazu kommt – hüpfe ich auf Ihre Brust, lege mich ab und atme ganz ruhig. Wenn sie sogar bewusstlos wird, schlecke ich ihr Gesicht ab, bis es pitschenass ist – das hilft.
Wir als Havaneser sind durch unser Wesen sehr gut in der Lage in diesen Bereichen ausgebildet zu werden. Das ist nicht bei allen Hunderassen so. Bei solch` einem Vorhaben, nehmt bitte früh genug Kontakt mit einem wirklich guten Züchter auf. Er wird euch schon kurz nach der Geburt über die unterschiedlichen Charaktereigenschaften seiner Welpen berichten und Auskunft erteilen können.
Zum Schluss möchte ich euch nur noch einmal kurz sagen, dass meine Mama „BOLLE-STOLZ“ auf mich ist (sagt sie immer wieder 😊). WIR BEDANKEN UNS BEI ALLEN Hunden, für den täglich tollen Job, den sie machen, also behandelt unsere Tiere so wie sie es mit uns auch tun – mit Respekt.

 

Eure Lotte