ZWEITHUND

Ja, ja – Zweithund. Habt ihr auch schon so einen Schwachsinn gehört? „Der Trend geht zum Zweithund“. Wenn ich das schon höre. Wisst Ihr, Ich sehe mit meiner Hundemutter des Öfteren „Shopping Queen“. Onkel Guido redet dann immer von Trends oder Trendsettern. Erst habe ich das nicht verstanden. Jetzt habe ich aber kapiert, dass ein Trend wohl soetwas wie ein neues Hundefutter ist, was in der Werbung immer wieder gezeigt wird, bis es niemand mehr fressen will, denn dann kommt ein neues, besseres Futter.

Seht Ihr, was soll denn dann dieser Zweithund sein? Einer, der nur eine gewisse Zeit liebgehabt wird, oder der immer an zweiter Stelle steht?

Menschen sind in ihrer Sprache und ihren Überlegungen einfach zu kompliziert. Es wird also Zeit, das Thema aus Hundesicht zu beleuchten.

Ich treffe mich in meiner Straße immer mal wieder mit ein paar coolen Chicas auf ein paar Schüsselchen Wasser und wir haben das für euch Menschen einmal gut beleuchtet.

  1. Da gibt es z.B. Frau Meissner von gegenüber. Sie arbeitet dem ganzen Tag. Ihre Pudelhündin Polly trägt stets die teuersten Halsbänder, aber muss den ganzen Tag alleine bleiben. Abends geht das Frauchen dann auf Partys und Polly weint und bellt viel. Jetzt hat Frau Meissner einen Hund dazu gekauft. Der soll angeblich Paola heißen. Man sieht beide Hunde nie. Ob das wohl gut überlegt war?
  2. Ach, und dann ist da noch Familie Schmidt aus der Parallelstraße. Sie haben gerade das 2. Baby bekommen. Damit der Schäferhund Kurt auch jemanden an seiner Seite hat, wurde Dackelpartner Fred dazu genommen. War der Zeitpunkt der richtige?
  3. Oma Drescher lebt allein mit Yorkshire Sunny. Sunny und Oma Drescher teilen alles. Die Enkelkinder springen ein, wenn Oma mal krank ist. Die Familie übernimmt Tierarztbesuche. Oma Drescher hat viel Freude an Spaziergängen mit Sunny und wünscht sich noch einen Familienzuwachs. Sie möchte einem weiteren Hund aus dem Tierheim ein Zuhause bieten. Sie fühlt sich noch rüstig genug und hat alles mit der Familie besprochen.
  4. Jonny, ein Mitdreißiger hat keinen Bock zu arbeiten. Mal wird der Strom abgeschaltet, mal ist am Ende des Geldes noch so viel Monat über. Jonny liebt Hunde. Nun will er „sich noch einen holen“.  Geht das?

Ich selber hätte auch gern eine Schwester zum Tollen, Streiten, Toben. Ob meine Menschmama dann aber so viele Hundeküsse für 2 Hunde produzieren kann?????? Wie auch immer, wir Hundechicas müssen das Für und Wider in einer Tabelle zusammenfassen – da geht kein Weg drumherum!!!

Was sollte man überdenken, wenn ein 2. Hund ins Haus einzieht?

 

Daran sollte gedacht werde Lösungsvorschläge, um den Wunsch ggf. zu realisieren
Das neue Frauchen, Herrchen sollte charakterfest sein. Bedenke: 2 Hunde bilden bereits ein Rudel Lasst euch selber durch einen Hundecoach ausbilden. Fragt Bekannte, schaut euch deren Erziehungsmethoden an. Holt euch ehrliches Feedback ein.
Zusatzkosten kommen hinzu: Tierarzt, Versicherung, Steuern, Verpflegung, Friseur…. Macht euch im Vorfeld eine Kalkulation eurer bisherigen, laufenden Kosten. Vergesst nicht eure eigenen Ausgaben (Miete, Nebenkosten…)
Habt Ihr genug Zeit, Platz? Nutzt Grünflächen, geht mit eurem Hund laufen. Nehmt euch eventuell einen Hundesitter (Studenten, Schüler), die mit beiden Hunden durch die Felder rennen.
Wie habt Ihr euren 1. Hund erzogen? Sitzen hier die Grundkommandos nicht, wird die Erziehung beider Tiere eventuell im Chaos enden. Trainiert „besseren Gehorsam“ mit eurem Ersthund, bevor Ihr eine weitere Herausforderung in Angriff nehmt.
Wie ist der Charakter eures bereits vorhandenen Lieblings geprägt? Eifersucht, Rangordnung, Futterneid Ihr benötigt viel Geduld und Konsequenz mit eurem Liebling. Was Ihr jahrelang geduldet habt, hat sich in seinem Charakter manifestiert. Unnötige Härte wäre hier unangebracht.
Ist euer Hund generell gern mit anderen Artgenossen beieinander? Ihr merkt schon, es hängt ganz viel von eurem ersten „Baby“ ab. Versucht als Vorbereitung immer wieder die Nähe zu anderen Hunden zu suchen.
Informiert euch über Fallbeispiele anderer „Doppelhundbesitzer“ Internet, Foren, Tierarzt, Fachbücher, Züchter
Geschlechterwahl:

 

 

Rüde – Hündin

Rüde – Rüde

Hündin – Hündin

Denkt an Kastration bzw. Sterilisation, wenn Ihr das Rudel nicht zusätzlich vergrößern wollt. Der Volksmund sagt, dass sich Rüden und Hündinnen besser verstehen, als gleichgeschlechtliche Paare. Das muss aber nicht zwingend stimmen. Besprecht das mit einem Tierarzt. Wägt Risiken ab.
Frauchen und Herrchen brauchen gerade in der Aufnahmephase viel Zeit. Lasst eure Hunde nicht allein. Wechselt euch mit dem Partner beim Einkaufen ab. Bitte Freunde, den Einkauf für euch zu erledigen. Nehmt abwechselnd euren Jahresurlaub.
Erste Begegnung auf neutralem Boden Die erste Begegnung beider Hunde sollte auf neutralem Boden stattfinden, um den Druck aus der Situation zu nehmen.
Klappt es nicht gleich optimal beim 1. Treffen, gebt beiden Tieren eine 2. Chance Die erste Begegnung ist aufregend; alles ist ungewiss. Die Wogen müssen sich zunächst glätten. Drängelt die Tiere nicht! Die Menschen müssen hier neutral zusehen und sich in den Erstkontakt möglichst nicht einmischen.
Beachtet euren bereits vorhandenen Liebling so intensiv und liebevoll wie zuvor, damit keine zusätzliche Eifersucht geschürt wird. Ihr habt genug Küsse, um beiden Hunden gerecht zu werden.
Nehmt euren Hund mit, den neuen Liebling abzuholen. Beide sollen gemeinsam Zuhause ankommen. Es ist wichtig, dass der Ersthund sich in dieser Situation nicht schon in der Wohnung befindet, sondern diese beide gemeinschaftlich betreten.
Habt Ihr einen Garten? Ein Toben im Garten ist nicht ausreichend. Beide Hunde sollte sich bei gemeinsamen Spaziergängen (nicht in deren Revier) besser kennen lernen.
Zweiter Hund ein Welpe oder ein erwachsener Hund, Seniorenhund? Erkundigt euch hier bei Spezialisten wie Tierärzten oder Züchter. Es kommt sicher auf die Lebenssituation eures Ersthundes an (Alter, Charakter, Gesundheit, agil, faul, temparamentvoll …), um die Antwort auf diese Frage schlussendlich finden zu können.
Bedürfnisse des Menschen (Party, Fernreisen) – aber auch Krankheiten, Trennung, Scheidung Habt immer einen Notfallplan. Stellt ihn euch zuvor auf. Wer springt ein? Wer nimmt beide Hunde (kein Pappenstiel)? Hundepensionen, Dogsharing. Gewöhnt eure „Notfallmenschen“ früh genug an die Tiere. Feiert mit euren „Notfallmenschen“- ladet sie ein, damit sie „zu euer „Hundefamilie“ dazugehören.

 

Alles in Allem haben wir Hundeladys beschlossen, dass eine Hundeschwester oder auch ein Hundebruder eine ganz tolle Sache wäre. Schließlich kann man gemeinsam besser spielen, tollen, toben, kuscheln und auch mal zanken. Wir könnten Frauchen und Herrchen auf die Palme bringen und einfach eine super Zeit miteinander haben. Wenn Frauchen mal tanzen ginge, fühle ich mich abends nicht mehr so allein (zu zweit kuschelt es sich einfach besser).

Denkt gut darüber nach, einem zweiten Hund euer Herz zu schenken……

Eure Lotte